Wahl
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24.03.2025

Wahl des ETG Vorstands

für die Amtsperiode 2026 - 2028

www.vde.com/etgwahl

Kontakt
ETG Geschäftsstelle

Im dreijährigen Turnus wählen die ETG Mitglieder ihren Vorstand. Im Sommer 2025 werden sie den ETG Vorstand für den Zeitraum 2026 bis 2028 bestimmen. Bereits jetzt können sich die ETG Mitglieder über die Personen, die sich zur Wahl stellen, ausführlich informieren.

Weitere Bewerbungen

Bis zum 30. Mai 2025 können die ETG Mitglieder weitere Personen für den ETG Vorstand vorschlagen. Jede Bewerbung muss von mindestens 25 ETG Mitgliedern (einzeln oder gemeinschaftlich) unterstützt werden. Die Bewerbung und die Mitteilung der Unterstützung dieser Bewerbung kann per E-Mail an die ETG Geschäftsstelle etg@vde.com gesendet werden. Nach dem Stichtag eingehende Bewerbungen oder Bewerbungen ohne ausreichende Zahl von Unterstützungen können leider nicht berücksichtigt werden.

Wahl

Die ETG Mitglieder können ihre Stimme vom 20. August bis 19 September, 18 Uhr, abgeben. Die Wahl erfolgt online.

Wer Briefwahl durchführen möchte, kann die Briefwahlunterlagen während des Wahlzeitraums anfordern. Bitte senden Sie dazu eine E-Mail an etg@vde.com und nennen Sie darin Ihre Mitgliedsnummer. Bitte schicke Sie die ausgefüllten Briefwahlunterlagen rechtzeitig ab, sodass der Brief vor Ablauf des Wahlzeitraums in der ETG Geschäftsstelle ankommt.

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten

Gruppe

Bewerbungen

Elektrizitätsversorgung
(öffentliche und industrielle)

  • Dr. Andreas Hoffknecht, DB Energie GmbH, Frankfurt
  • Dr.-Ing. Alexander Montebaur, Westnetz GmbH, Dortmund
  • Richard Tretter*, Stadtwerke München GmbH, München

Industrie

  • Dr.-Ing. Britta Buchholz*, Hitachi Energy Germany AG, Mannheim
  • Ben Gemsjäger, Siemens AG, Erlangen
  • Roland Götz, Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Regensburg

Hochschulen, Behörden,
Forschungseinrichtungen,
sonstige Einrichtungen

  • Prof. Dr.-Ing. Jutta Hanson*, Technische Universität Darmstadt
  • Prof. Dr.-Ing. Andreas Ulbig*, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen
  • Prof. Dr.-Ing. Dirk Westermann, Technische Universität Ilmenau

Mitglieder des amtierenden Vorstands sind mit * gekennzeichnet. 

Ausführliche Informationen zu den Kandidatinnen und Kandidaten von A bis Z

Mitglieder des amtierenden Vorstands sind mit * gekennzeichnet.

Porträt Britta Buchholz

Dr.-Ing. Britta Buchholz*, Hitachi Energy Germany AG, Mannheim

Porträt Britta Buchholz

Motivation und Ziele

Für die weitere Gestaltung eines sicheren, nachhaltigen und wirtschaftlichen Energiesystems leistet die Energietechnische Gesellschaft im VDE einen wichtigen Beitrag. Ich werde auf den Erfolgen der aktuellen Periode aufbauen und den Beitrag in der nächsten Periode mit neuen Aktivitäten und Formaten verstärken. 

Ich werde im Falle einer Wiederwahl folgende Schwerpunkte setzen: 

  • Intensiver Wissensaustausch. Ich würde gerne gemeinsam mit vielen ETG Mitgliedern der Gesellschaft die Energietransformation und Multienergiesysteme erklären und die Bevölkerung besser mit einbeziehen.
  • Einsatz von künstlicher Intelligenz im Energiesystem. Wir werden als ETG gemeinsam mit weiteren VDE-Gremien aktiv dazu beitragen, den europäischen Beitrag hier zu stärken. 
  • Die internationale Sichtweise stärken, z.B. durch eine engere Verbindung zwischen VDE ETG und dem internationalen Schwesterverband CIGRE. Durch meine globale Rolle bei Hitachi Energy und meinen CIGRE Aktivitäten kann ich hier einen wichtigen Beitrag leisten. 
  • Nachhaltigkeit des Energiesystems. Es ist mir wichtig, dass Nachhaltigkeit in den Aktivitäten der ETG kontinuierlich berücksichtigt wird. 
  • Mehr junge Menschen für die ETG und die Energietechnik-Fächer gewinnen, auch mit neuen Formaten. 
  • Mit den Expertinnen und Experten der ETG die Politik fachkundig beraten.

Beruflicher Werdegang

  • 1996 Diplom-Wirtschaftsingenieurin, Karlsruhe Institute of Technology; Master Thesis am Asian Institute of Technology in Bangkok, Thailand 
  • 2001 Promotion Dr.-Ing. Elektrotechnik an der Universität Kassel 
  • 2007 - 2013 ETH Zürich Lehrauftrag „Projektmanagement“ 
  • 2001 - 2011 MVV Energie AG 
    • 2001-2004 Leiterin Produktentwicklung 
    • 2004-2008 Senior Projektmanagerin Technologie & Innovation 
    • 2008-2011 Abteilungsleiterin Planung Netze und Anlagen (Strom, Gas, Wasser, Fernwärme) 
  • 2011 - 2019 ABB AG 
    •  2011-1013 Leiterin Smart Grids 
    •  2014-2016 Leiterin Power Consulting 
    •  2016-2019 Globale Produktmanagerin, Business Development Microgrids / Grid Edge Solutions 
  • seit 2020 Hitachi Energy Germany AG (bis 2021 Hitachi ABB Power Grids) 
    VP Aktive Verteilnetze, Global Market Innovation 

Mitgliedschaften, Gremien

  • VDE ETG Vorsitzende des Vorstands und Mitglied des VDE Präsidiums seit 2023 
  • Mitglied des Beirats für das Energieforschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz seit Oktober 2024 
  • CIGRE Fellow und Mitglied des DK CIGRE 
  • Leitung des internationalen Studienkomitees C6 „Active distribution grids and distributed energy resources“ und Mitglied im Technical Council (2014-2016), Leitung von 2 Arbeitsgruppen und Programmkomitee für verschiedene Konferenzen
  • Mitglied im Präsidium des Bundesverbands Energiespeichersysteme e.V. (BVES) 
  • Mitglied im Kuratorium des Fraunhofer IEE in Kassel 

Ben Gemsjäger, Siemens AG, Erlangen

Motivation und Ziele

Bis 2030 werden in Deutschland, aber auch global „alle Hände an Deck“ benötigt, um gleich mehrere Transformationsprozesse anzuschieben. Einerseits gilt es, die gebotenen Veränderungen weiter zu beschleunigen, diese andererseits aber auch mit der notwendigen Sorgfalt und technischen Sachverstand zu begleiten: Angefangen mit der Energie- und Nachhaltigkeitswende, über die Verkehrs- und Wärmewende, die Digitalisierung von immer mehr Prozessen bis hin zu neuen Arbeits- und Geschäftsfeldern wirken zahlreiche Entwicklungen parallel, aber auch immer stärker miteinander verknüpft auf unser Energiesystem. Wir müssen immer zügiger vom Konzeptionellen ins Konkrete kommen, von ambitionierten Zielen in die tagtägliche Umsetzung, aber gleichzeitig sicherstellen, dass Geschwindigkeit und Komplexität nicht auf Kosten von Zuverlässigkeit, Bezahlbarkeit und Akzeptanz gehen. Und genau dafür braucht es die ETG mehr denn je - als breites, integratives Forum für den Austausch von Ideen und Meinungen, als Sprachrohr innerhalb und außerhalb unserer Branche, als „technisches Gewissen“ bei Gestaltung und Realisierung von Rahmenbedingungen und Projekten und als Quelle für Wissen, Inspiration und Innovation.

Dabei liegen mir weiter die drei Punkte ganz besonders am Herzen, die ich über die bestehende, hervorragende Arbeit in all den Fachgremien und -tagungen hinaus gerne weiter forcieren möchte:

  1. Energiewende made in Germany, gemeinsam in Europa
  2. Interdisziplinärer Austausch 
  3. Generationenwechsel begleiten

Energiewende made in Germany, gemeinsam in Europa: Über viele Jahre wurde vor allem positiv nach Deutschland geschaut, wenn es um das Was und Wie in Energietechnologiefragen ging: „Wie kann die optimale Balance von Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit erzielt werden?“ „Was gilt es zu beachten, wenn Millionen dezentraler Anlagen die Leistungskapazität weniger Großkraftwerke substituieren? Wie funktioniert das Zusammenspiel der verschiedenen Anlagen und Akteure, von zentralen und lokalen Ansätzen?“ Zahlreiche solcher Fragen, mit denen sich vielen von Ihnen schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten beschäftigen, wurden und werden in meiner internationalen Beratungs- und Gremientätigkeit auch an mich herangetragen, auch wenn sich die kritischen Fragen in letzter Zeit häufen und eine gewisse Skepsis hörbar wird. Es gilt diese Skepsis ernst zu nehmen und ihr mit Ideen und Projekten zu begegnen! Um eine breite Akzeptanz zu schaffen, gilt es zu veranschaulichen, wie die verschiedenen Herausforderungen konkret und pragmatisch gemeistert werden können. Dafür bietet die ETG eine herausragende Plattform des Austausches, der Demonstration und als internationales Schaufenster für den Export unserer Erfindungen und Technologien made in Germany. Dazu will ich gerne auch über meine Verknüpfungen in z.B. CIRED, EURELECTRIC oder T&D Europe beitragen.

Interdisziplinärer Austausch: In einer immer mehr vernetzten Welt in der Energieinfrastrukturen das Rückgrat bilden, spielt das Zusammenwirken der Akteure aus verschiedenen Fachbereichen, Branchen und Gesellschaft eine, wenn nicht die Schlüsselrolle. Hier würde ich gerne daraufhin wirken etwas mehr zu „experimentieren“ und die ETG als einen zentralen Integrator zu etablieren: Warum nicht mehr „fachfremde“ Vorträge pro Tagung? Eine dedizierte Konferenz, die insbesondere Start-ups und Konzerne zusammenbringt?! Warum nicht ein ETG-Podcast, der regelmäßig Themen wie zellulare Energiesysteme, hochautomatisierten Netzbetrieb oder die Herausforderungen in Schutz- und Leittechnik auch Fachfremden erklärt?! Ein ETG-Faktencheck, der der steigenden Anzahl von Fehlinformationen entgegenwirkt. 

Und der Persönlichste der drei Schwerpunkte, besteht darin, mit und durch die ETG den Generationenwechsel zu begleiten, der an vielen Stellen und in zahlreichen Unternehmen voll im Gange ist. Denn damit muss auch ein Wissenswechsel einhergehen! Das Wissen unserer Mitglieder ist das wertvollste „Gut“ der ETG. Ein Gut, das es dringend zu schützen, weiterzugeben und zu vermehren gilt. D.h. es gilt den systematischen Erfahrungsaustausch noch stärker in den Vordergrund zu stellen, die Beteiligung der Young Net- und Young Professionals-Ingenieure/-innen weiter voranzutreiben und durch neue Formate schon Schüler/-innen frühauf von unserem Fach zu begeistern. Formate wie ETG-Mentoring-Programme oder Social Media können hier Elemente sein. Zudem ist ein wesentlicher Punkt auch das das Berufsprofil mit weiterzuentwickeln, da zukünftig Digitaltechnik und Hardware, sprich die sogenannte IT und OT immer mehr verbunden bzw. integriert sind. Beides wird nach wie vor viel zu oft getrennt betrachtet, in vielen Unternehmen in getrennten Abteilungen, Elektro- und Informationstechnik gehören aber naturgemäß zusammen.  

Ich würde mich freuen diese und weitere Themen aktiv mitzugestalten, mein starkes Netzwerk einzubringen und so meinen Beitrag dazu zu leisten, der ETG noch mehr Gehör zu verschaffen in der so wichtigen Diskussion zum Ausgleich von Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit.   

                                                                 
Beruflicher Werdegang  

  • 2006 – 2010 Studium Energie- und Umweltmanagement, Fachhochschule Flensburg, Abschluss B.Eng.
  • 2010 – 2011 Studium Energie- und Umweltmanagement, Universität Flensburg, Abschluss M.Eng.
  • 2011 – 2018 Senior Consultant, Portfolioelement Owner und globaler Key Expert, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International, Power System Consulting
  • 2018 – 2021 stellvertretender Leiter Verteilungsnetzplanung, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International
  • 2021    Leiter Übertragungsnetzplanung, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International
  • Seit 2021-2023 Direktor Business Development Europe, Siemens AG (Nürnberg), Siemens Grid Software, NextGen Grid Management
  • Seit 2023 Leiter Verteilungsnetzplanung, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International


Mitgliedschaften, Gremien

  • Mitglied im VDE und der ETG (u.a. Planung zellularer Energiesysteme, Zukunftsbild Energie)
  • Mitglied des technischen CIRED Komitees (Rapporteur der Session 6), sowie des deutschen CIRED Komitees
  • Mitglied der CIGRE Arbeitsgruppe „Optimal transmission and distribution investments decision under growing uncertainty (C1.37)”
  • Vorsitzender der T&D Europe Arbeitsgruppe „Investments“
  • Mitglied der Eurelectric Arbeitsgruppe „24/7 RES“ und „Digitopia“

Roland Götz, Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Regensburg

Motivation und Ziele

Der Wandel im Energiesektor, angetrieben durch die Klima- und Energiewende, eröffnet uns die Chance, zukünftig auf nahezu unbegrenzte und kostengünstige Primärenergiequellen wie Wind und Sonne zurückzugreifen. Dies ist zwar ein erreichbares Ziel, jedoch ein kostenintensiver Weg, der gut ausbalanciert werden muss. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Energiewende in der gewünschten Geschwindigkeit ist die Unterstützung und Mitwirkung der Gesellschaft. Es muss sichergestellt werden, dass die Energie für die deutsche Industrie und Bevölkerung – idealerweise nicht nur im europäischen, sondern auch im globalen Vergleich – wettbewerbsfähig bleibt.
 
Die Vision einer „All Electric Society“ wird zunehmend greifbar, und es ist Aufgabe aller Disziplinen der Energietechnik, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die miteinander harmonisieren und effizient aufeinander abgestimmt sind. Ein zentraler Schlüssel für den Erfolg dieser Transformation liegt in der Digitalisierung, die hilft, die volatile Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen mit der teilweise alternden, andererseits massiv erweiterten Netzinfrastruktur sowie den schnell wachsenden Wärme- und Mobilitätssektoren zu koordinieren. An einigen Stellen werden wir von bewährten Verfahren und Traditionen Abschied nehmen müssen – eine Veränderung, die nicht nur die technischen Assets betrifft, sondern auch unser Denken und Handeln. So befeuert beispielsweise die Anwendung von Künstlicher Intelligenz durch den Energiehunger großer Rechenzentren den stetigen steigenden Strombedarf, bietet aber auch für uns Ingenieure ganz neue Möglichkeiten und Entwicklungsgeschwindigkeiten.
 
An dieser Stelle kann die ETG mit ihrem Expertennetzwerk, ihren Gremien und internationalen Verbindungen einen entscheidenden Beitrag leisten, um die deutsche Energiewende erfolgreich umzusetzen. Die Chancen, die sich für Hochschulen, Start-ups, Innovationszentren und industriellen Akteuren bieten, sind enorm und verdienen es, gebündelt und gemeinsam genutzt zu werden. Mit mehr als 10.000 Mitgliedern aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen stellt die ETG eine hervorragende Grundlage dafür dar.
 
Gerne möchte ich meinen persönlichen Beitrag leisten, insbesondere im Bereich des Wissensmanagements sowie der Aus- und Weiterbildung, um auch weiterhin qualifizierte Nachwuchskräfte für die Energietechnik und die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft zu gewinnen.

Beruflicher Werdegang  

Roland Götz ist seit fast 20 Jahren für die Maschinenfabrik Reinhausen GmbH tätig. Nach einer Berufsausbildung als Mechatroniker, folgten erste internationale Erfahrungen im Aftersales und führten ihn zu einer Position als Projektleiter im Produkt-Datenmanagement.

Der Wechsel in die Forschung und Entwicklung, zuerst als Projektleiter und dann als Teamleiter für Antriebe und Elektronik, war der logische Schritt als Ingenieur. Seit 5 Jahren bekleidet er die Position als Entwicklungsleiter im Geschäftsbereich Automation und hat damit maßgeblichen Anteil an den Digitalisierungslösungen der MR.
 

Historie (Maschinenfabrik Reinhausen GmbH)

  • 2022-heute Leiter Innovation und Technologie Automation       
  • 2020-2022   Leiter Technologie Automation                                    
  • 2015-2020   Teamleiter Antriebe und Elektronik                            
  • 2010-2015   Projektleiter   


Aufgaben

  • Innovations- / Technologiemanagement, Stakeholder für internationale Gremien (IEC/IEEE)
  • Portfolio-Planung und Verantwortung für die Produktarchitektur und Entwicklungs-Roadmap (Cabinets, Drives, Sensors, Monitoring, Artificial Intelligence, Cyber Security, UI/UX, Mobile-App).
  • Analyse von Markt- und Technologieentwicklungen
  • Identifikation und Implementierung von globalen Partnerkooperationen


Prof. Dr.-Ing. Jutta Hanson*, Technische Universität Darmstadt

Motivation und Ziele

Die Erreichung der Klimaschutzziele ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhundert. Die elektrische Energietechnik, bestehend aus Erzeugung, Übertragung, Verteilung und vielfältigen Anwendungsfeldern, nimmt dabei eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende ein. Das elektrische Energieversorgungsystem von der Erzeugung bis zum Verbrauch erfährt in Gänze einen Wandel und wird eng mit anderen Energiesektoren gekoppelt, weitere Sektoren werden zunehmend elektrifiziert. 

Das Aufzeigen unterschiedlicher Technologien und Konzepte für die Erreichung der Klimaschutzziele erfolgt bereits heute in der Energietechnischen Gesellschaft des VDE (ETG). Hier ist die Fachkompetenz zahlreicher Disziplinen und Teilgebiete der Energietechnik über die mehr als 9.000 Mitglieder vorhanden. 
 
Gerne trage ich persönlich dazu bei, dieses Netzwerk auszubauen, um Expertinnen und Experten einen Austausch zu ermöglichen. Aber nicht nur das interne Netzwerken, sondern auch die Erhöhung der Sichtbarkeit in Richtung Politik, Gesellschaft und Medien ist mir ein Anliegen, damit die energietechnischen Aspekte in Diskussionen zur Erreichung der Klimaschutzziele adressiert werden. Die Sichtbarkeit der ETG nach außen ist aber auch ein Aspekt, dem Fachkräftemangel in der Energietechnik entgegenzuwirken. Hier möchte ich beitragen, über Angebote der ETG Nachwuchskräfte zu gewinnen und für die ETG zu begeistern.

Beruflicher Werdegang

  • 1986–1988 Ausbildung zur elektrotechnischen Assistentin, 
    AEG Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main 
  • 1988–1989 Elektrotechnische Assistentin, Abteilung Netzconsulting
    AEG Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main 
  • 1989–1994 Studium der Elektrotechnik, 
    Fachrichtung Allgemeine Elektrotechnik, TU Darmstadt 
  • 1994–1999 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Elektrische Energieversorgung, TU Darmstadt mit anschließender Promotion 
  • 1999–2004 Netzplanungsingenieurin, Abteilung Elektrische Systemberatung, 
    ABB Aktiengesellschaft, Mannheim 
  • 2004–2011 Leiterin der Gruppe Übertragungs- und Industrienetze, Abteilung Elektrische Systemberatung, ABB Aktiengesellschaft, Mannheim 
  • seit 2011 Professorin und Leiterin des Fachgebietes Elektrische Energieversorgung unter Einsatz Erneuerbarer Energien, Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, TU Darmstadt 

Mitgliedschaften, Gremien

  • Persönliches Mitglied VDE, Cigré 
  • seit 2024 Mitglied im Kuratorium des Akademienprogramms ESYS 
  • seit 2024 Chair IEC TC 73 Short-circuit currents 
  • seit 2023 Vorsitzende DKE/AK121.0.1 Kurzschlussstromberechnung 
  • seit 2023 Convenor IEC TC73/MT1 Calculation of short-circuit currents 
  • seit 2023 Mitglied des Vorstandes der Energietechnischen Gesellschaft (ETG) im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. 
  • seit 2023 Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat 
  • seit 2022 Mitglied im Zukunftsrat der Westenergie  
  • seit 2022 Mitglied im Forum/Beirat der Roadmap Systemstabilität des BMWK 
  • seit 2022 Mitglied Deutsches Komitee Cigré
    (Conseil International des Grands Réseaux Electriques) 
  • seit 2021 Senatorin der Helmholtz-Gemeinschaft 
  • seit 2021 Leitung des Gemeinschaftsausschusses von VDI und VDE ETG "Netzregelung und Systemführung" (V 2.1/ETG FA 4.22) 
  • seit 2020 Mitglied des Forschungsbeirats der Forschungsgemeinschaft für Hochspannungstechnik e.V. 
  • seit 2018 Mitglied Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften 
  • seit 2018 Mitglied Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz 
  • seit 2017 Forschungsnetzwerk Stromnetze des BMWK (BMWI), 
    Leiterin der Arbeitsgruppe „HGÜ & AC/DC Integration“ 
  • seit 2016 Mitglied des technischen Beirats der Omexom Service GmbH 
  • seit 2015 Mitglied des deutschen Studienkomitees B4 der Cigré 
  • seit 2014 Mitglied DKE/UK121.1 Kurzschlussstromberechnung 
  • seit 2005 Mitglied des Gemeinschaftsausschusses von VDI und VDE/ETG "Netzregelung und Systemführung" (V 2.1/ETG FA 5.22) 
  • seit 2005 Mitglied des „Netzwerks Energiesystem-Experten“ (NESE ehemals AKEI) der FGH 

Dr. Andreas Hoffknecht, DB Energie GmbH, Frankfurt

Motivation und Ziele

Die Erreichung der Klimaziele in Deutschland und damit die Umsetzung der Energie- und Verkehrswende sind eines der ambitioniertesten Vorhaben in unserer Gesellschaft. Trotz der enormen Anstrengungen aller Akteure und der unbestritten erreichten großen Fortschritte herrscht derzeit große Unsicherheit über das weitere Vorgehen. Mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung zu notwendigen Maßnahmen, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiepreise und Verärgerung über eine enorme Bürokratie bestimmen die Diskussion. 

Es wird nun darauf ankommen, pragmatische Lösungen anzustreben und die Innovations- und Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu nutzen, um zurück zu einem glaubwürdigen Klimaneutralitätskurs der Bundesrepublik Deutschland zu finden. Die im VDE organisierten Unternehmen und Mitglieder sind hier in besonderer Weise mit ihrer Kompetenz gefordert. 

Dieser Anforderung stelle ich mich persönlich. Meine langjährige Erfahrung in der öffentlichen Energieversorgung sowie die heutige Perspektive aus der Energieversorgung der deutschen Eisenbahn bringe ich ein, um das gegenseitige Verständnis zu wecken und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Die Energieversorgung der Bahn kann konkrete Impulse u. a. zu netzbildenden Umrichter und zur Sektorenkopplung anbieten. Es geht nun um das gemeinsame Umsetzen: technische Lösungen sind vorhanden und wir haben intelligente und tatkräftige Menschen, die etwas bewegen wollen. Totdiskutieren, blockieren, Probleme statt Lösungen – das möchte ich überwinden. Anfangen, ausprobieren, lernen – darum geht es nun. 


Beruflicher Werdegang  

  • 1990-1996: Studium der Physik an der Universität Osnabrück 
  • 1996-2000: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Forschung auf dem Gebiet der Atomphysik in Zusammenarbeit u.a. dem Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt  
  • 1996: Promotion zum Dr.rer.nat 
  • 2000-2002: Senior Associate A.T. Kearney GmbH, Frankfurt 
  • 2002-2004: Assistent des technischen Vorstands der MVV Energie AG, Mannheim  
  • 2004-2007: Leiter Netzführung der MVV Energie AG bzw. 24/7 Netze GmbH 
  • 2007-2009: Bereichsleiter Technik-Energie-Wasser-Abwasser, Stadtwerke Osnabrück AG  
  • 2009-2014: Technischer Geschäftsführer Stadtwerke Münster GmbH 
  • 2014-2022: Technischer Geschäftsführer Energienetze Mittelrhein GmbH&Co.KG  
  • Seit Februar 2022: Geschäftsführer Technik, DB Energie GmbH 

  
Mitgliedschaften, Gremien

  • Vorsitzender Lenkungsausschuss Netze im LDEW Hessen/Rheinland-Pfalz 
  • Mitglied im Lenkungskreis Energienetze im BDEW 
  • Mitglied im Kuratorium des Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) 
  • Beirat AZARE (Anwendungszentrum für alle regenerativen Energieformen zur Dekarbonisierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie) der Hochschule Rhein- Main 
  • Mitglied Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) 
  • Mitglied Deutsche Physikalische Gesellschaft 
  • Mitglied Verein Deutscher Ingenieure (VDI) 
  • Mitglied Energietechnische Gesellschaft im VDE (ETG) 

Dr.-Ing. Alexander Montebaur, Westnetz GmbH, Dortmund

Motivation und Ziele

Die wesentliche Herausforderung bei der Gestaltung der Elektrizitätsversorgung in Deutschland wird es in den nächsten Jahren sein, das Zieldreieck aus Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Preisgünstigkeit wieder so auszurichten, dass der Weg zu einem nachhaltigen und klimaneutralen Energiesystem Versorgungssicherheit bietet, vor allem aber auch effizient und damit bezahlbar bleibt. 

Der ETG als institutionalisierte Fachkompetenz in Deutschland wird dabei eine Schlüsselrolle zukommen, und es ist Aufgabe ihres Vorstandes, dazu in der Gremienarbeit die richtigen Schwerpunkte zu setzen und den Ergebnissen in Politik und Gesellschaft Gewicht und Gehör zu verleihen. Meine Praxiserfahrung aus 25 Jahren in Managementfunktionen von Energieversorgern und Netzbetreibern möchte ich dabei ebenso einbringen wie aus der langjährigen Verbandsarbeit in den Gremien z. B. des BDEW, der Cigré und der FGH. In meiner heutigen Position als Geschäftsführer Technik des größten deutschen Verteilnetzbetreibers kann ich zudem auf umfangreiches, tief gestaffeltes Expertenwissen im eigenen Haus zurückgreifen und zugleich die Brücke zu den deutschen und internationalen Netzbetreibern der E.ON-Gruppe schlagen.  

Mir liegt besonders die Nachwuchsarbeit am Herzen und so ist es mir Aufgabe und Bedürfnis, Jungakademiker an die Verbandsarbeit im VDE heranzuführen, um in Gremien, Expertenkreisen und Veranstaltungen langjähriges Erfahrungswissen mit Neugier, Innovationskraft und Begeisterung zusammenzuführen. 
 

Beruflicher Werdegang  

  • 1987 – 1993 Studium der Elektrotechnik an der RWTH Aachen, Studienrichtung Technische Informatik  
  • 1993 – 1999 Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (IAEW) der RWTH Aachen  
  • 1996 Promotion bei Prof. Haubrich zum Dr.-Ing. auf dem Gebiet der Netzzuverlässigkeitsanalyse, anschließend Oberingenieur am IAEW
  • 2000 – 2003 Leiter Bereich Asset Management beim Elektrizitätswerk Wesertal GmbH, Hameln  
  • 2003 – 2006 Prokurist und Leiter Bereich Technische Planung und Steuerung bei der E.ON Avacon AG, Braunschweig  
  • 2006 – 2011 Technischer Geschäftsführer der LSW LandE-Stadtwerke Wolfsburg GmbH & Co. KG, ab 
  • 2009 Sprecher der Geschäftsführung  
  • 2012 – 2016 Leiter Geschäftsbereich Netzsteuerung der E.ON SE, E.ON Deutschland, Essen  
  • 2016 – 2024 Vorstand Technik der e.dis AG, Fürstenwalde, ab 2017 Vorsitzender des Vorstandes 
  • seit 06/2024 Geschäftsführer Spezialtechnik und Digitalisierung der Westnetz GmbH, Dortmund 

  
Mitgliedschaften, Gremien

  • Mitglied in VDE, ETG, Cigré, VDI  
  • Mitglied im Verwaltungsrat der FGH e.V., Präsident 2014 – 2021 
  • Vorsitzender des Kuratoriums der Forschungsgemeinschaft Energie an der RWTH Aachen (FGE) 
  • Mitglied des Aufsichtsrates der 450Connect GmbH, Köln 
  • Mitglied des Aufsichtsrates der Fallersleber Elektrizitäts AG (FEAG), Wolfsburg  
Richard Tretter Porträt

Richard Tretter*, Stadtwerke München GmbH, München

Richard Tretter Porträt

Motivation und Ziele

Die Energiewende dringt täglich weiter in bestehende Strukturen vor. Damit wirft sie immer wieder neue und besonders herausfordernde technische und gesellschaftliche Fragestellungen auf. Die Energiewende ist schon lange kein reines Stromthema mehr, das Zusammenwirken aller Sektoren und Energieträger wird immer wichtiger, auch die Wärmewende ist nun in der Gesellschaft angekommen. Der Fokus richtet sich nun zusehends auch auf die gegenseitigen Wechselwirkungen der Energieträger und Lösungsoptionen. Die kommunale Wärmeplanung zeigt die Lösungsräume auf mit mittelbarer und unmittelbarer Wirkung auf die bestehenden Energieinfrastrukturen. Bisher als sicher betrachtete Anwendungen in der Erdgasversorgung werden ersetzt. Wasserstoff kann hierbei helfen, diese aber nicht vollständig ersetzten. Die Elektrifizierung dringt in neue Anwendungsbereiche und Sektoren vor. Neue Lösungsansätze müssen systemisch gedacht und gesamtheitlich beantwortet werden. Der Strom als die universell wandelbare und damit speicherbare Energie ist einer der zentralen Bausteine und oft eine Alternative für bisherige Wärme- und Mobilitätslösungen.  

Neben den Fragen des sicheren und zuverlässigen Stromtransports, -verteilung und der Versorgungssicherheit in Deutschland kommt die Energiewende nun beim Verbraucher spürbar an. Die erfolgreiche Integration der Elektromobilität, Wärmeanwendungen (z.B. Wärmepumpen) mit Strom, Sektorenkopplung und die zeitliche Verschiebung des Stromverbrauchs (Demand Response) erfordert neben neuen innovativen Prozessen und Techniken insbesondere eine konsequente Digitalisierung aber auch neue Planungsansätze und Ideen sowie Prämissen. Diese Umwälzungen wirken in die gewachsenen Netzstrukturen und -prozesse sowie in die Ausgestaltung des Strommarktes und erfordern neue Lösungen und Ideen beim Zusammenwirken von Netz und Markt. Bei der Thematik dürfen wir den Kunden nicht vergessen, der weiterhin die hohe Versorgungsqualität von uns erwartet. Er und die Öffentlichkeit sind zwingende und erforderliche Erfolgsfaktoren beim Gelingen der Energiewende.

Die Nachhaltigkeit für alle Lösungsoptionen gewinnt laufend an Bedeutung, hierzu konnte ich in der letzten Wahlperiode in der ETG erste Impulse setzten, die ich gerne fortführe.

Von der Idee zum Konzept bis zur technischen Lösung ist das gebündelte Wissen aller Experten wichtig. Ich bin überzeugt, mit meiner jahrelangen Erfahrung in diesem innovativen Umfeld neue Impulse setzen zu können und freue mich darauf, diese bei der ETG einzubringen.

Die ETG bündelt mit über 9.000 Mitgliedern die Fachkompetenz der Energietechnik in Deutschland und ist daher ausgezeichnet geeignet, Antworten auf die immer neuen offenen Fragen zu geben.
Die fachliche Expertise und notwendige Unabhängigkeit der Experten sichert eine sachliche und zielorientierte Diskussion bei der ETG. Die Internationalisierung der Energiewende wird über die hervorragende Verzahnung der ETG mit nationalen, europäischen und internationalen Gremien gewährleistet. Sie liefert einen bedeutenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende.

Gemeinsam mit der ETG freue ich mich darauf, den Weg der Energiewende weiter in die Zukunft zu führen und aktiv mitzugestalten.
 

Beruflicher Werdegang  

  • 1988 – 1992    Studium Elektrotechnik, Fachhochschule München, Elektrische Energietechnik
  • 1992 – 1996    Leiter Fachbereich Planung, Projektierung Hoch- und Höchstspannungsnetze, Freileitung und Kabel, Stadtwerke München
  • 1997 – 1999    Grundsatzkonzepte, Planungsgrundsätze, Richtlinien, Netzqualität und Netzverträglichkeit, Nieder- bis Höchstspannung, Stadtwerke München
  • 1999 – 2003    Betriebsingenieur Stromnetze, Nieder- bis Höchstspannung, Stadtwerke München GmbH
  • 2004 – 2005    Leiter Betriebssteuerung, Anlagenbewertung Stromnetz, Netz- und Anlagenmanagement SWM Infrastruktur GmbH
  • 2006 – 2008    Leiter Betriebssteuerung, Anlagenbewertung, Asset-Management Betrieb und Instandhaltung der Fernwärme-, Gas-, Strom- und Wassernetze, SWM Infrastruktur GmbH
  • 2009 – 2017    Leiter Technisch und wirtschaftliche Steuerung, Stromnetze, SWM Infrastruktur GmbH
  • seit 2018         Leiter Energie- und Netzwirtschaft, Strom-, Gas-, Wärmeversorgung, Stadtwerke München GmbH

Mitgliedschaften / Gremienarbeit

  • ETG: ETG-Vorstandsmitglied seit 2023
  • VDE/DKE: Mitglied im „System Komitee Smart Energy“ (DKE)
  • FNN: Mitglied der „PG Netzbetrieb mit Flexibilitäten“ und „Netzzustandsbewertung“
  • DVGW: Mitglied und Obmann im Projektkreis „Elektrotechnische Fragestellungen“ im Dt. Verein des Gas-u. Wasserfaches e. V.
  • BDEW: 
    • Vorsitz der „PG Systemdienstleistungen“ Schwerpunkt Roadmap Systemstabilität
    • Mitarbeit in der „PG Europäische Netzfragen“
    • Mitarbeit in der „PG DSO2.0“ in diversen Arbeitsgruppen zu Grundsatzfragen, Flexibilitätsprozesse, Zusammenarbeit ÜNB/VNB
    • Sowie weitere diverse Mitarbeiten in zahlreichen PG/AGs im Themenfeld Redispatch 2.0
  • Mitarbeit in weiteren Arbeits- und Expertengruppen in nationalen und internationalen Gremien.


Prof. Dr.-Ing. Andreas Ulbig*, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen

Motivation und Ziele

Durch den Umbau des Energiesystems mit den Zielen von Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und – aktuell wie lange nicht – Bezahlbarkeit ergeben sich neue technische und gesellschaftliche Herausforderungen aber auch Chancen für den Energiesektor.

Die Balance zu finden zwischen zunehmend fluktuierender, erneuerbarer Stromerzeugung einerseits und steigendem Verbrauch durch Elektrifizierung des Wärme- und Mobilitätssektors andererseits wird immer herausfordernder. Durch die Volatilität der erneuerbaren Stromerzeugung wird mehr Flexibilität im Stromnetz benötigt, durch die Elektrifizierung des Wärme- und Mobilitätsbereichs ist prinzipiell auch mehr Flexibilität vorhanden. Für die effiziente Koordinierung dieser Flexibilitäten als Teil eines aktiven Verteilnetzbetriebs braucht es allerdings Netztransparenz und Steuerbarkeit. Die Digitalisierung der Netze und die Sektorkopplung zwischen Strom-, Wärme- und Gasnetzen sowie dem Mobilitätssektor erlaubt größere Freiheitsgerade im Betrieb und erschließt Effizienz- und Optimierungspotenziale. In diesem Zusammenhang wird auch Cyber Security, also der Schutz vor und die Abwehr von Angriffen auf die IT-Systeme, die die Stromnetze steuern, immer wichtiger.

In all diesen Bereichen entstehen aktuell neue Lösungen für die Energienetze – als Konzepte an Hochschulen aber auch zunehmend in Form kommerziell verfügbarer Produkte. Erfreulicherweise haben sich hier in den letzten Jahren auch junge Startup-Firmen als Innovationstreiber hervorgetan. 

Durch die zahlreichen neuen Technologietrends – von Erneuerbaren Energien über Batteriespeicher bis hin zu Data Analytics und Künstlicher Intelligenz – und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten in vielen Bereichen, bleibt die Energietechnik auch weiterhin ein spannendes Betätigungsfeld für junge Absolventinnen und Absolventen der Ingenieurwissenschaften. 

Die ETG bündelt mit ihren mehr als 9.000 Mitgliedern die energietechnische Fachkompetenz in Deutschland und ist somit prädestiniert, um die Antworten auf die technischen Herausforderungen der Energiewende zu formulieren und die sich ergebenden Chancen auch voll zu nutzen. Sie liefert so einen bedeutenden Beitrag zur Umsetzung der Energiewende.

Ich sehe meine Aufgabe in der ETG darin, 

  • den Know-how-Transfer aus der Forschung an den Hochschulen in die Praxis zu intensivieren. Studien zur Energiewende allein bringen uns noch nicht ans Ziel. Die konkrete Umsetzung der Energiewende muss mit Wissenstransfer aus den Hochschulen weiterhin unterstützt werden. Gerade Energietechnik-Startups geben mittlerweile wichtige Impulse und erhöhen so auch die Attraktivität für Nachwuchskräfte, sich beruflich im Energiebereich zu engagieren.
  • die Nachwuchsgewinnung für VDE und ETG zu stärken. Hierfür braucht es attraktive, zeitgemässe Angebote für StudentInnen und AbsolventInnen an den technischen Hochschulen. Ab diesem Jahr unterstütze ich dies auch konkret und lokal als VDE Vertrauensdozent an der RWTH Aachen.
  • technologische Veränderungen proaktiv zu begleiten. Technische Normen und Standards bleiben weiterhin wichtig. Die Diskussionen um passende E-Auto Ladestecker (Hardware) und reibungslos funktionierende Ladeprozesse via Plug & Charge (Software) zeigen dies.
  • neue technische Lösungen im Bereich Digitalisierung der Gesellschaft fortwährend zu erklären. Gerade wenn es um sensible Themen wie Datenschutz und Datennutzung geht, muss Vertrauen geschaffen und so Bedenken genommen werden.

Auch beim Thema Regulatorik und den konkreten Zielbildern für die Digitalisierung der Netze kann sich die ETG mit ihrer großen Fachkompetenz proaktiv einbringen. Aufgrund meines internationalen Werdegangs werde ich bei meinem Engagement für die ETG weiterhin auch die Außenperspektive, vor allem aus unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz, in die Diskussion mit einbringen.

Beruflicher Werdegang    

2001-07 Studium der Technischen Kybernetik (Studienrichtung Energiesysteme) an der Universität Stuttgart, Vordiplom in Allgemeine Ingenieurwissenschaften an der TU Hamburg, Doppeldiplom-Studium (Elektrotechnik) an der SUPELEC, Paris

2007 Forschungsaufenthalt am California Institute of Technology (Caltech), Pasadena, USA

2007-08 Energieanalyst bei der Internationalen Energieagentur (IEA), Paris

2008-2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Power Systems Laboratory der ETH Zürich (Doktorand, Post-Doc, Oberassistent)

2012 Forschungsaufenthalte am Pacific Northwest National Lab (PNNL) und der University of California in Berkeley, USA

2014 Promotion an der ETH Zürich zum Thema „Operational Flexibility in Electric Power Systems”

2016-2020 Lehrbeauftragter (Dozent) für Elektrische Energiesysteme an der ETH Zürich

2014-2021 Mitgründer und Chief-Operation-Officer beim ETH-SpinOff Adaptricity AG, Zürich

seit 2021 Inhaber des Lehrstuhls für Aktive Energieverteilnetze am Institut für Elektrische Anlagen und Netze, Digitalisierung und Energiewirtschaft (IAEW) der RWTH Aachen

seit 2021 Gruppenleiter „Elektrische Energiesysteme“ am Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie Aachen

Mitgliedschaften, Gremien

  • Mitglied im VDE ETG Vorstand, gewählt für die Amtsperiode 2023–25
  • Mitgliedschaft im VDE ETG (Regio Aachen), VDE Vertrauensdozent an der RWTH Aachen ab 2025
  • Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der FGH e.V. seit 2022
  • Vorstandsmitglied im Forschungscampus Flexible Elektrische Netze (FEN), RWTH Aachen, seit 2022
  • Vizepräsident der Schweizerischen Energiestiftung (SES) seit 2016, Mitglied im Stiftungsrat der Schweizerischen Energiestiftung (SES) seit 2011
  • IEEE/PES (Senior Member) und Electrosuisse

Prof. Dr.-Ing. Dirk Westermann, Technische Universität Ilmenau

Motivation und Ziele

Die „All Electric Society“ steht zunehmend im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussion. Elektrische Energie wird zum dominierenden Energieträger, stammt aus erneuerbaren Quellen, wird effizient genutzt und mit anderen Sektoren vernetzt. Durch die steigende Elektrifizierung und die wachsende Einspeisung erneuerbarer Energien entstehen neue Anforderungen an die Stromnetze. Um diese flexibel und leistungsfähig zu gestalten, sind Digitalisierung, Netztransparenz und eine enge Sektorkopplung entscheidende Faktoren.

Auch die Industrie steht vor neuen Herausforderungen, da die zunehmende Elektrifizierung und der Weg zur Klimaneutralität innovative Lösungen für z.B. Netzmanagement, Speicherintegration und neue Technologien für Transport- und Verteilnetze erfordern. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist dabei essenziell – Elektrotechnik und andere Ingenieur- und andere Fachdisziplinen müssen stärker verzahnt werden, um zukunftsfähige Lösungen zu gestalten.

Die Energietechnische Gesellschaft (ETG) des VDE ist mit über 9.000 Mitgliedern eine zentrale Plattform für Innovationen und Fachkompetenz. Sie bündelt Wissen aus verschiedenen Disziplinen und trägt mit fundierten Analysen und Konzepten zur praktischen Umsetzung der erforderlichen Transformation des Energiesystems bei. 

Mein persönliches Engagement in der ETG möchte ich auf folgende Aspekte fokussieren: Der Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Industrie muss weiter gestärkt werden, um Innovationen schneller in die Praxis zu überführen. Das Bild und die Ausbildung Elektroenergieingenieuren muss weiterentwickelt werden – mit stärkeren Akzenten auf Digitalisierung, Systemdenken und interdisziplinären Kompetenzen. 

Neben der technischen Weiterentwicklung gilt es, energietechnische Themen stärker in Politik, Gesellschaft und Medien sichtbar zu machen, um die Bedeutung und Herausforderungen der Transformation des Energiesystems breiter zu kommunizieren. 

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es, das Interesse junger Menschen an energietechnischen Themen zu fördern. Die Energiewende bietet enormes Innovationspotenzial, doch oft fehlt jungen Menschen der Zugang zu diesem Bereich. Inspirierende Events und neue Formate zur Vernetzung – auch mit anderen Fachgesellschaften - sind entscheidend, um den Nachwuchs für diese essenzielle Branche zu begeistern.

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die ETG als Plattform für interdisziplinären Austausch und praxisnahe Lösungen diese Aspekte aktiv mitgestaltet.


Beruflicher Werdegang  

  • Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik (1993) und Promotion in der elektrischen Energiesystemtechnik (1997) an der Universität Dortmund
  • 1997 bis 2004 - Verschiedene Fach- und Führungsfunktionen in Forschung-, Entwicklung und Technologiemanagement bei ABB Hochspannungs AG (Schweiz) und ABB Schweiz AG.
  • Seit 2005 ordentlicher Professor für Elektrische Energieversorgung an der Technischen Universität Ilmenau. Der Forschungsfokus liegt im Bereich Systemintegration innovativer Technologien wie z.B. HGÜ und MGÜ, zukünftige Netzleittechnik und Assistenzsysteme für den Betrieb elektrischer Energiesysteme.
  • Seit 2019 Direktor des Thüringer Energieforschungsinstituts und Direktor des Zentrums für Energietechnik der Technischen Universität Ilmenau
  • Reguläres Mitglied im CIGRE DAK C2 (System Operation and Control) und dem deutschen Nationalkomitee 
  • Chair des Vorstands der IEEE Power Engineering Society, Germany Chapter (bis 2025), sowie Chairman der IEEE WG European Electricity Inftastructure im International Practice Subcommittee
  • Reguläres Mitglied im FNN Forum 
  • Reguläres Mitglied der sächsischen Akademie der Wissenschaften 
  • Autor mehr als 200 nationaler und internationaler wissenschaftlicher Veröffentlichungen zum Thema Analyse, Betrieb und Design elektrischer Energiesysteme

Bewerbung für den ETG Vorstand

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