Skip Navigation LinksVDE Technik RFID Was ist RFID

Thema: RFID 

Was ist RFID? 

RFID der neue Hoffnungsträger

 

RFID (Radiofrequenz-Identifikation, auch: Transpondertechnik oder Smart Label) gilt in der Elektronikbranche als neuer Hoffnungsträger mit enormen Wachstumschancen. RFID ist die automatischen Identifizierung von Objekten über Funk. Mittels kleiner Chips (Transponder oder Tags genannt), die an den Ojekten angebracht werden, können Informationen über diese Waren blitzschnell und bei hunderten von Transpondern gleichzeitig, abgerufen werden. Die intelligenten Funkchips können vom Einzelhandel und der Logistik bis hin zur Pharmazie, der Autobranche oder dem Flugzeugbau eingesetzt werden. Effizientere Abläufe sollen dabei die Kosten der Unternehmen senken.

Transponder werden heute – je nach Anwendung – in den unterschiedlichsten Bauformen und Größen angeboten. Passive Tags haben keine eigene Energieversorgung, sondern erhalten ihre Betriebsenergie von einem RFID-Lesegerät, sobald sie in dessen Reichweite kommen. Tags sind die mobilen Datenträger eines RFID-Systems und enthalten Informationen bezüglich der Objekte. Diese Informationen können von einem entsprechen-den RFID-Lesegerät über eine Luftschnittstelle ausgelesen und verarbeitet werden, indem sie z.B. über eine Schnittstelle an Anwendungen in einem IT-System weitergereicht werden.

Damit RFID in verschiedenen Bereichen und in großem Umfang eingesetzt werden kann, sind allgemeingültige Standards nötig. ISO und EPCglobal haben z.B. Standards zur Datenstruktur der auf dem Tag gespeicherten Daten und zur Kommunikation über die Luftschnittstelle spezifiziert.

RFID wird zur Querschnittstechnologie

Die Funkfrequenzkennzeichnung RFID (Radio Frequency Identification) hat das Stadium einer umfassenden Massenanwendung inzwischen fast erreicht. In den wirtschafts- und innovationspolitischen Diskussionen hat es sich das Thema bereits zu einem zentralen Hoffnungsträger für Industrie und Handel entwickelt. Denn die Erwartungen und Hoffnungen an die Technik sind enorm: Schätzungen zufolge soll sich die Menge der verwendeten Tags in den nächsten zehn Jahren auf das 450fache der heutigen Anzahl erhöhen. Je nach Definition des Marktes variieren die Prognosen für die RFID-Industrie weltweit zwischen 1,5 und 30 Milliarden US$. Das US-Marktforschungsunternehmen IDTechEx (www.idtechex.com) sagt für den RFID-Weltmarkt ein Wachstum von heute 2,7 Milliarden auf 26,2 Milliarden US$ für das Jahr 2016 auf, je zur Hälfte Tags und Infrastruktur. Bis dahin soll die Zahl der ausgelieferten Tags 450 mal höher liegen als in 2006.

Nach Einschätzung der Marktforscher von Soreon Research (www.soreon.de) wird sich der RFID-Markt in Europa von rund 400 Mio. € im Jahr 2004 auf über 2,5 Mrd. € im Jahre 2008 entwickeln. Entscheidend getrieben wird dieses Wachstum durch die heute schon bekannten Planungen großer Handelskonzerne wie bspw. Metro in Deutschland oder Tesco in Großbritannien RFID in großem Stil einzuführen.

Die Studie „RFID: Potenziale für Deutschland“ der Berliner VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (VDI/VDE-IT), einer gemeinsamen Gesellschaft der VDI GmbH und des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., vom März 2007 zeigt in einer Modellrechnung erstmals die ökonomischen Potenziale der Funkidentifikation für die deutsche Wirtschaft auf. Die im Auftrag des BMWi erstellte Studie wurde der Öffentlichkeit auf der CeBIT 2007 vorgestellt.

RFID ist demnach eine der Schlüsseltechnologien in der vernetzten Welt mit großen ökonomischen Potenzialen für die deutsche Wirtschaft, sowohl für die Nutzer als auch für die Technologieanbieter und technischen Dienstleister. „RFID wird das Wachstum und die Beschäftigung als Querschnittstechnologie in den kommenden Jahren in vielen Wirtschaftbereichen maßgeblich beeinflussen“, stellt Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im BMWi, fest. Um die Potenziale der Technologie so umfassend wie möglich für Europa zu erschließen, sei es erforderlich, unterschiedliche Interessen rasch zusammen zu bringen.

Die deutsche Wirtschaft ist der Studie zufolge dabei im internationalen Wettbewerb gegenwärtig gut aufgestellt, um diese Chancen auch wahrzunehmen. So soll insbesondere die Logistik in Deutschland innerhalb der nächsten fünf Jahre stark von RFID profitieren. Bis etwa 2010 wird sich der Einsatz von RFID beispielsweise auf Transportbehältern flächendeckend durchgesetzt haben, um den wachsenden Anforderungen der globalisierten Wirtschaft zu genügen. „Gleichwohl müssen die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sich einer Reihe von Herausforderungen stellen, um die Potenziale der RFID-Technologie auch tatsächlich zu heben“, so eines der Ergebnisse der Studie.

Technik – Standards/Normen, Frequenzen, Forschung, Historie

Die Bezeichnung Transponder ist ein Kunstwort aus den Begriffen „Transmitter“ und „Responder“ (auch: „RFID-Etiketten“ oder „Tags“, engl. = „Kennzeichnung“). RFID-Transponder mit eigener batteriebetriebener Stromversorgung werden als aktive Transponder bezeichnet. Es gibt Transponder, deren Batterien auswechselbar sind, und solche, deren Batterien sich in einer abgeschlossenen Einheit befinden. Letztere werden auch als modulare aktive Transponder bezeichnet. Passive Transponder haben im Gegensatz zu aktiven Transpondern keine eigene Energieversorgung. Sie werden aus externen Quellen gespeist und beziehen ihre Energie typischerweise von dem Trägersignal, das vom Lesegerät ausgegeben wird.

Kontakt

Bei Fragen und Anregungen:
Technische Universität Darmstadt
Fachgebiet Mikroelektronische Systeme (MES)
Dr. Thomas Hollstein
thomas@mes.tu-darmstadt.de
 
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Dr. Katrin Gassner
Telefon: 030 310078-177
gassner@vdivde-it.de
 
Fraunhofer-Institut SIT Darmstadt
Dr. Ulrich Waldmann
ulrich.waldmann@sit.fraunhofer.de
 
Universität Bremen
Technologie-Zentrum Informatik (TZI)
Dr. Karsten Sohr
sohr@informatik.uni-bremen.de