RFID 

2. RFID-Forum von ITG/VDE und GI zur CeBIT 2007 - Bericht 

RFID gehört 2007 vielfach zum Arbeitsalltag

Mit einer hochrangigen Expertenrunde warteten zur CeBIT die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG/VDE) und die Gesellschaft für Informatik (GI) bei ihrem gut besuchten 2. RFID-Forum unter dem Titel „Microchips optimieren IT-Prozesse“ auf. Allein die Zahl der Anwendungen habe sich innerhalb des vergangenen Jahres mehr als verdoppelt, konstatierte Dipl.-Ing. Jörg Michael Thielges, vormals Präsident der ITG und Moderator der Podiumsdiskussion. Rund 1.000 Milliarden Barcodes würden inzwischen jedes Jahr gedruckt. Thielges appellierte angesichts dieser aufkommenden, hochinnovativen Technologie vor allem an junge Frauen, sich diesem Technikfeld beruflich zu widmen.

„Der Hype hat sich gelegt und die Technologie ist jetzt eingeführt“, stellte Cord Bartels, Business Development Manager von NXP Semiconductors, der ehemaligen Philips-Halbleitersparte, fest. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickle zurzeit technische Richtlinien für RFID und schaffe so die rechtlich-regulatorischen Rahmenbedingungen. Zudem werde es künftig eine Art Gütesiegel für RFID-Produkte geben.

Zahlreiche neue Lösungen am Markt sagte Thomas Jell, Line Manager bei Siemens SIS Business Services GmbH & Co.OHG in München, aufgrund der deutlich niedrigeren Preise für die nächsten fünf Jahre voraus. Insbesondere im Bereich der Medizin sieht der RFID-Experte eine Vielzahl von Anwendungen. Jede Medikamentenschachtel werde künftig mit einem RFID-Chip versehen um beispielsweise das Risiko von Falschmedikationen weitestgehend auszuschließen. Hier könne sich Deutschland ganz auf Augenhöhe mit den USA fühlen.

Anwendungen aus dem Krankenhausalltag stellte Prof. Dr. Hubertus Feußner vom Klinikum Rechts der ISAR an der TU München vor. So gebe es bereits Szenarien die verhindern, dass nach einer Operation keine Geräte oder Materialien in der Wunde vergessen werden. Auch in der Workflow-Analyse und der so genannten Prädiktion im OP-Bereich könne RFID hilfreiche Beiträge leisten, wenn beispielsweise Bewegungsgesetzmäßigkeiten in Echtzeit erfasst würden, die Patienten „Just-in-Time“ in den OP kämen und so keine qualvollen Minuten mehr im Vorraum des OP verbringen müssten.

Um die Akzeptanz der neuen Technik zu verbessern, gilt es nach Einschätzung von Prof. Dr. Matthias Jarke von der RWTH Aachen zum einen die Attraktivität der RFID-Lösungen (Usability) deutlicher hervorzuheben und der Technik gleichzeitig den Anschein der „Überwachungstechnik“ zu nehmen. „Natürlich wird sich durch die neuen technischen Möglichkeiten der Nachverfolgung in der Logistik oder der Vorratsdatenhaltung die Debatte um die informationelle Selbstbestimmung oder um die Arbeitsplätze verstärken“, machte der Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) und Co-Gastgeber der Podiumsdiskussion deutlich. Dieses sei jedoch eine allgemeine gesellschaftliche Debatte und keine, die speziell RFID betreffe.

„Ein vielschichtiges Thema, das uns noch viel beschäftigen wird“, zieht ITG-Geschäftsführer Volker Schanz sein Fazit für die Veranstaltung. „Die CeBIT hat gezeigt, dass das Thema RFID jetzt auch auf EU-Ebene voran getrieben wird. Das freut uns und bestätigt unser bisheriges Engagement für die neue Technologie.“ Entsprechend werde die CeBIT-Podiumsdiskussion im kommenden Jahr voraussichtlich die Anwendungen in den Vordergrund stellen.